BayWaH
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Das BayWaH basiert auf der schnellen Heranführung von zwei Wasserrettern zur in Not geratenen Person(en) im Wasser mit einem Rettungshubschrauber (RTH). Anders als bei dem von der Wasserwacht Bayern entwickelten Konzept zur "luftunterstützten Wasserrettung", welches explizit für den Katastrophenschutz und nicht für den Rettungsdienst entwickelt wurde, ist beim BayWaH ein Hubschrauber mit Winde nicht zwingend erforderlich.

Eine Analyse und Bewertung derzeit bestehender Kozepte finden Sie im Beitrag Kooperativeinsätze Luftrettung und Wasserrettung hier.

Die BayWaH-Wasserretter verfügen über eine Qualifikation als Taucher der DLRG, Wasserwacht oder Feuerwehr und sind damit auch in der Lage, bereits untergegangene Personen mit Einschränkung wieder an die Wasseroberfläche zu bringen. Ein entscheidender und lebensrettender Vorteil gegenüber dem oben zitierten Konzept der Wasserwacht.

Um die hohen sicherheitstechnischen Anforderungen bei der Wasserrettung aus der Luft zu erfüllen, wurde die notwendige BayWaH-Ausrüstung komplett neu entwickelt und durch eine EG-Baumusterprüfung zertifiziert. Im Fokus standen dabei kleine Abmessungen und geringes Gewicht.

Die Verzahnung zwischen den Besonderheiten der etablierten Luftrettung und der traditionellen Wasserrettung wurde beim BayWaH durch einheitliche taktische Verfahrensweisen gelöst. 

Einzige Bedingung des Konzepts: Die in Not geratene Person - oder ihre Silhouette -muss aus dem Hubschrauber zu sehen sein! Gleich, ob auf oder unter dem Wasser. Ausgenommen von diesem Grundsatz ist die ins Eis eingebrochene und untergegangene Person, da sie unter der aus dem Hubschrauber zu sehenden Einbruchstelle vermutet werden kann.


Trotz der vergleichsweise hohen Fallzahlen sind Einsätze - zumal mit einem Hubschrauber - zu Ertrinkungsunfällen nicht alltäglich. Daraus resultiert zwangsläufig die fehlende Routine aller Beteiligten. Erschwerend kommt hinzu, dass mit Hubschraubern aufgrund der sehr hohen Betriebskosten nicht im wünschenswerten Umfang geübt werden kann.

Um diese negativen Rahmenbedingungen so gut wie möglich kompensieren zu können, wurden für alle Einsatzszenarien lediglich drei Verfahrensweisen festgelegt:

  • P-Verfahren
  • R-Verfahren
  • S-Verfahren

Hinter diesen einprägsamen Begriffen verbergen sich Abläufe, die sowohl in technischer als auch taktischer Hinsicht ein Procedere beschreiben, welches Luft- wie Wasserrettern leicht vermittelbar ist.


Beim P-Verfahren kommt stets die neue entwickelte Wasserrettungs-Plattform (TRIPEL) zum Einsatz. Das Verfahren kann sowohl in stehenden wie fließenden Gewässern sowie zur Eisrettung zur Anwendung kommen. Die Plattform dient dabei als sichere Ausgangsbasis für die Wasserretter und als "Rettungsinsel" zur schonenden Aufnahme der Notfallpatienten.  


Das R-Verfahren bedingt grundsätzlich einen RTH mit Rettungswinde. Sofern vorhanden und taktisch sinnvoll, wird ein Wasserretter im Anflug zum Patienten analog dem Verfahren der Wasserwacht abgewinscht. Der Patient wird dann mit einer Rettungsschlinge gesichert und anschließend zusammen mit dem Retter aufgewinscht. Bei mehreren im Wasser treibenden Personen, sowie bei der Rettung von stark unterkühlten Personen aus dem Eis (Problematik "Afterfall") ist dieses Verfahren jedoch kontraindiziert.


Bei diesem Verfahren kommt ein am Boden der Hubschrauberzelle befestigtes Seil, an dessen Ende sich eine Rettungsschlinge befindet, zum Einsatz. Das Seil ist mit einer Sicherheitskupplung (TOST-Kupplung) ausgestattet und kann im Notfall sofort vom Hubschrauber getrennt werden. Dieses Verfahren kommt vorzugsweise bei der Eisrettung dann zum Einsatz, wenn die Gegebenheiten (Hypothermie Stadium I) dies rechtfertigen.

Alle Verfahren sind im Menü Galerie ausführlich dokumentiert.

 
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